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Die Geschichte des Christbaumschmucks

Die Tradition, Weihnachtsbäume zu schmücken, ist so alt wie der Christbaum selbst - dessen exakte Herkunft ähnlich schwer zu bestimmen ist. Schon in den ersten historischen Beschreibungen aus dem 16. Jahrhundert, als die Bäume noch auf öffentlichen Plätzen standen, werden Dekoration wie Äpfel, Nüsse, Datteln, Brezeln und Papierblumen erwähnt.

Ebenfalls ein früher Christbaumschmuck im weiteren Sinn waren Kerzen. Wahrscheinlich wird nie ganz klar werden, wo, wann und von wem zum ersten Mal ein Christbaum mit brennenden Lichtern geschmückt wurde. Aber es gibt die hartnäckige Legende, dass Martin Luther diese Tradition zu Anfang des 16.Jahrhunderts ins Leben gerufen hat - und Luther scheint es auch gewesen zu sein, der den Weihnachtsbaum in seiner gegenwärtigen Funktion ins Haus geholt hat. Der Überlieferung nach spazierte er einen Tag vor dem Weihnachtsfest durch einen Nadelwald, als er die Sterne durch die Äste der Bäume schimmern sah. Luther war so ergriffen von diesem Anblick, dass er nach Hause eilte und seinen Kinder erzählte, wie Jesus die Sterne des Himmels jedes Jahr verlässt, um an Weihnachten auf die Erde zu kommen. Dann bestückte er den eigenen Baum mit Kerzen, um das Funkeln der Himmelskörper und Jesus Ankunft zu symbolisieren. Es kann an dieser engen Verknüpfung mit der Person des Reformators liegen, dass der Christbaum und seine Dekoration ein integraler Bestandteil des protestantischen Weihnachtsrituals wurden und in katholischen Haushalten zunächst deutlich weniger beliebt waren.

Bereits im frühen 17. Jahrhundert, als der Weihnachtsbaum sich in Deutschland (von wo aus er dann auch die Welt eroberte) durchgesetzt hatte, scheint Baumschmuck ein fester Bestandteil der Tradition geworden zu sein. Um dieselbe Zeit werden auch Glasanhänger das erste Mal schriftlich erwähnt. Es gibt verschiedene Beschreibungen aus dieser Zeit, die Papierrosen, Äpfel, Waffeln, Süßigkeiten und Glasornamente erwähnen. Ebenfalls zu dieser Zeit tauchte die erste Dekoration der Christbaumspitzen auf. Es handelte sich um in Holz geschnitzte Figuren des Babys Jesus. Bald darauf wurden zwei andere Motive beliebt, die sich bis heute auf der Spitze von fast jedem Christbaum finden: Der Engel, der den Hirten den Weg zur Krippe zeigt oder der Stern von Betlehem selbst. Es wird vermutet, dass die ansonsten benutzten Äpfel und Nüsse die Wiederkehr des Frühlings symbolisieren sollten. Außer nur hübsch auszuschauen hatten sie hatten also auch eine eindeutig symbolische Funktion.

Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts vollzog sich dann der Wechsel von echter Christbaum-Dekoration wie Lebensmitteln zu Nachbildungen, zunächst von Früchten, aber bald auch von anderen Alltagsgegenständen wie Tieren, Spielzeug, Instrumenten und Engeln. Eine entsprechende Fertigungsindustrie bildete sich noch nicht heraus; die Anhänger wurden selbst hergestellt, aus Materialien, die zu Hause vorhanden waren. In diesem Zusammenhang kam auch der erste gebackene Christbaumschmuck auf, der meist aus Pfefferkuchen in Form von Früchten, Sternen, Herzen, Engeln und Glocken bestand. Selbst die später als Lametta bekannte Silberfolie war bereits im frühen 18. Jahrhundert bekannt. Sie wurde meist in Bäumen ohne Kerzen benutzt, um das Licht zu reflektieren und so einen ähnlichen Effekt zu erreichen.

Gleichzeitig eroberte der Weihnachtsbaum von Deutschland aus die Welt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war er in ganz Europa und den USA beliebt. Entsprechend passte sich auch die Dekoration dem Landesgeschmack an. In Amerika waren lange Ketten aus Cranberries und Popcorn beliebt, die den ganzen Baum umliefen. Ebenfalls in den USA wurden kleine Geschenke in den Baum gehängt oder in kleine Nester gesetzt - eine Tradition, die sich in Deutschland nie durchsetzte. In Großbritannien waren eher fragile Ornamente aus Papier und Spitze beliebt. In beiden Fällen gab es Phasen, in denen der Christbaum derart überladen wurde, dass vom Baumgrün nur noch wenig zu sehen war.

Erst im späten 19. Jahrhundert kam die Idee auf, dass der Verkauf von Weihnachtsbaumdekoration auch kommerziell ein einträgliches Geschäft sein könnte. Die Produktion entstand um das bis heute berühmte, deutsche Glaszentrum Lauscha herum, welches viele Jahre lang der hauptsächliche Produktionsort von Christbaumdekoration war. Firmen, die bisher funktionales Glas für Labore, Apotheken, Fenster gefertigt hatten, erkannten den Trend genauso wie Hersteller von Kinderspielzeug wie Murmeln oder Zubehör für die Puppenproduktion. 1847 wurden die ersten klassischen Christbaumkugeln produziert. Dann wurden bald auch hier Früchte imitiert, aber es kamen auch andere Formen wie farbige Sterne oder Herzen auf den Markt. Schließlich gab es in Lauscha kein Halten mehr, was die Motivauswahl anging. Es gibt heute noch Formen aus der Zeit, die Kinder, Heilige, berühmte Zeitgenossen oder Tiere darstellen.

Bald entwickelte sich die bis heute florierende Christbaumschmuckindustrie. In Lauscha wurde längst nicht mehr nur für den deutschen Markt produziert. Die Glasanhänger gingen spätestens ab 1880 dank weitsichtiger Unternehmer wie F.W.Woolworth massenhaft in die USA. 1890 betrug sein entsprechendes Verkaufsvolumen bereits um die 25 Millionen Dollar. Er dachte sich auch einige bemerkenswerte Werbegeschichten aus, wie etwa die des berüchtigten "Pickle-Ornamentes". Dieser Legende nach sollen Deutsche einen einzelnen Glasanhänger in Form einer Gurke schwer einsehbar im Baum verstecken. Das am schärfsten beobachtende Kind, das die Gurke findet, bekommt ein extra Geschenk. Tatsache ist aber, dass es eine derartige Tradition nie gegeben hat.

Bald schwappte die Industrie auch in Nachbarstädte wie Dresden. Dort wurde zwar kein Glas hergestellt, die Stadt spezialisierte sich aber auf die Herstellung von Ornamenten aus gepresstem und verziertem Papier, das bunt angemalt wurde. Die Motivpalette reichte weit über Weihnachtsthemen hinaus - es gab vor allem viele Tiere, die dann noch das ganze Jahr als Dekorationen weiter verwendet werden konnten. Ebenfalls populär wurden Blechanhänger und Lametta, zunächst als Engelshaar bekannt und beliebt. Zur gleichen Zeit wurde der Christbaum sehr bunt und vielfältig: Strahlende Farben dominierten die Dekorationen, die nun häufig aus mehr als einem Material gefertigt waren und häufig zum Beispiel Spitze integrierten.

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts Weihnachten zunehmend kommerzialisiert und auch von nicht religiösen Familien begangen wurde, erhöhte sich die Auswahl der Anhängermotive gefühlt ins unendliche. Die Produktion war inzwischen bis in die Tschechei vorgedrungen. Dabei war jedes einzelne Element immer noch handgefertigt. Viele Glasbläserfamilien hatten sich nun auf die Herstellung von Christbaumschmuck spezialisiert und produzierten ihn bereits in der zweiten Generation. In den USA wurden die ersten Glasornamente im Jahr 1870 von William DeMuth in New York entworfen.

Der erste und dann der zweite Weltkrieg beendeten den Siegeszug der deutschen Baumanhänger in die Welt und vor allem in die USA, die verstärkt selbst zu produzieren begannen. Hier tauchten dann auch das erste Mal Plastikkugeln auf, die mit gefrosteten Oberflächen den Glasbällen bald zum Verwechseln ähnlich sahen. Diese bekamen ihren Schimmer allerdings von der Innenseite aus verliehen, in dem innerhalb der fertigen Kugeln Silbernitrat geschwenkt wurde, ein Verfahren, dass Justus von Liebig bereits in den 1850ern entwickelt hatte. Die alternativen Plastikkugeln wurden vor allem nach 1950 massiv zurück nach Deutschland importiert, wo sie als sicherere Familienvariante des Christbaumschmucks vermarktet wurden. Dabei kamen auch die Bemalungen der Kugeln auf, die nun oft detaillierte Szenen zeigten.

In den letzten Jahren ist die Produktion von gläsernem Christbaumschmuck durch einige – auch deutsche – Unternehmen mehr und mehr nach Asien verlagert worden. Millionen von Sternen, Kugeln und allen erdenklichen Formen werden Jahr für Jahr von dort aus in die ganze Welt geliefert. Aber die Tradition des deutschen Christbaumschmucks verdient es, bewahrt und in die Zukunft getragen zu werden. Lauscha hat wieder Anteil an der weltweiten Produktion, nachdem die Herstellung während der DDR-Zeit kurz zum Stillstand gekommen war. Auch die Produktion von Rödentaler wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten den deutschen Christbaumschmuck mit originellen Formen und Designs wieder bereichern – so wie es das Unternehmen Rödentaler seit 1907 getan hat.

 

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